Hier ist Köln! Introducing HONNE, Oracle Sisters, Mr. Ben & The Bens, Connie Constance, Cap Kendricks und Rejoicer.

„Treffpunkt“ hat sich musikalisch gewandelt. Auslöser war immer mehr Langeweile im „Hit“-Angebot, das wir über zwei Jahre versucht haben, parallel zum Blick auf die Klangalternativen dieser Welt aufrecht zu erhalten. Aber irgendwann war es mal nicht mehr lustig und es wurde Zeit für eine alternative Neuauflage.

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„Hier ist Köln“ macht den Wandel natürlich mit und was liegt näher als nur über das zu sprechen, was gefällt! Das passiert jetzt regelmäßig beim Netzrundfunk aus Köln.

Die aktuelle Ausgabe führt Euch von Alternative und Indie über Chill-Hop hin zu elektronischen und ziemlich jazzigen Klängen.

HONNE melden sich zurück mit einem Mixtape. no song without you schließt die Lücke, die seit dem 2018 erschienen und bisher letzten Album des Londoner Elektronik-Duos entstanden ist. James Hatcher und Andy Clutterbuck liefern 14 Songs rund um die emotionalen Seiten des Jahres 2020, in dem wir uns alle nach Nähe und Liebe sehnen, praktisch aber Social Distancing betreiben müssen. (la la la thats how it goes; no song without you; smile more smile more smile more)

Auch die Oracle Sisters aus Paris arbeiten an einer neuen EP. Most Of All soll diese heißen. Ein Erscheinungsdatum habe ich bisher nicht gefunden. Spannend und abwechslungsreich klingt schon einmal das, was bisher an Singles aus der EP im Vorfeld veröffentlicht wurde. Wie schon in der Vergangenheit lässt sich die Musik der Oracle Sisters kaum einordnen. Muss ja aber auch nicht. Im Gegenteil: Das spricht für Abwechslung und spannendes Hörvergnügen. (The Vibes; Asc. Scorpio; High Moon)

Aus Lancaster kommt ebenfalls ein spannendes Musikprojekt. Ben Hall, alias Mr. Ben, gehört zu jenen Songschreibern, die schon einmal gerne als Multiinstrumentalisten bezeichnet werden. Ganz sicher muss er hervorragend mit den entsprechend erforderlichen Programmen eines Rechners umgehen können, um seit Jahren erfolgreich in Eigenregie zu veröffentlichen. Seit dem letzten Album gibt es ihn nicht mehr solo, sondern mit Indie-Pop-Verstärkung an der Seite. Mr. Ben & The Bens waren geboren. Life Drawing heißt die neue Scheibe. (Watering Can; On The Beach; How Do You Do?)

In England bleiben wir mit einem Ausflug in die Werke der Connie Constance. Die 24-jährige Singer-Songwriterin Constance Power veröffentlichte vor einem Jahr ihr Debüt, das von niemand geringerem als Jim Abbies produziert wurde, der u.a. auch mit Adele arbeitet. Inzwischen erschienen zwei neue Singles. (James; Monty Python; English Rose)

Manchmal sieht man einen Künstler vor dem geistigen Auge während man die Musik genießt. Geht Euch das auch so? Dann lasst Euch mal überraschen, wo Euer persönliches Auge Cap Kendricks hinsortiert. Auf keinen Fall lag ich richtig. Statt in Miami am Strand sitzt er nämlich in München im Studio. Planet B heißt seine neue Veröffentlichung, die uns auf eine ziemlich spacige Reise durch das All geleitet. (Plan B; Waste Of Space; Riding Alone)

Schließlich gehts nach Israel, nach Tel Aviv. Dort lebt und arbeitet Rejoicer und hat dort auch einen wohlklingenden Ruf als Beat-Macher. Neu von ihm: Spiritual Sleeze (live). (Choco & Bun; Third Eye Jungle Run).

Hier ist Köln läuft mehrfach wöchentlich auf www.laut.fm/treffpunkt.

 

Änderungen im Programm: Mehr Alternative – weniger Hits – mehr Entspannung.

Derzeit basteln wir an unserem Klang. Einige Änderungen haben bereits stattgefunden. So ganz zufrieden sind wir aber noch nicht.

Was ist schon jetzt anders? „Treffpunkt“ möchte Euch entspannt und überraschend anders durch den Tag begleiten. Wir wollen Tracks spielen, die Ihr fast nirgendwo hört oder schon lange nicht mehr gehört habt. Die meisten neuen Songs sind entspannte Alternative und Indie-Tracks. Dazu kommen Singer-Songwriter, Alternative-Country, Weltmusik und Welt-Pop.

Entsprechend müssen wir uns auch nach und nach von einigen nicht mehr zu uns passenden Radiosendungen verabschieden. Nach und nach wird sich unser Programm also verändern.

Aktuelle Infos findet Ihr am schnellsten auf unserem Twitter-Feed und auf Facebook. Die Internetseite bauen wir nach und nach um. Jetzt wünschen wir Euch viel Spaß beim Neuentdecken von „Treffpunkt“ – Netzrundfunk aus Köln auf www.laut.fm/treffpunkt

Hier ist Köln: Treffpunkt AirPlay`s der Woche vom 13.06.2020

Wir „mausern“ uns gerade musikalisch ein wenig. Dabei wollen wir vor allem weg von den aktuellen Charts, in denen unsere Musikredaktion keinen großartig geliebten Spielplatz mehr vorfindet. Außerdem glauben wir, dass es genügend Musiksender gibt, die sich dem Thema „Charts“ widmen, und dass, wer uns einschaltet, gerade genug hat von dem immer Gleichen.

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Genau das soll auch bedient werden mit aktuellem Indie-Pop, entspannten Alternative-Tracks und Pop-Klassikern – Musik also, bei der wir schnell einen gemeinsamen Nenner gefunden haben und die wir Euch auch wirklich gerne präsentieren.

Ein Teil davon sind unsere eigenen „Charts“. Wir spielen die Tracks, die ihr am häufigsten hört derzeit bei uns gesammelt in einer Show: Hier ist Köln.

In jeder Ausgabe stellen wir Euch neue Songs vor. Als Neuvorstellungen gibts in der Woche die neue Single der Comic-Helden der Gorillaz. Friday 13th feat. Octavian erschien am gestrigen Freitag, den 12., und ist eine weitere Auskopplung aus dem aktuellen Album Song Machine Ep. 4. Neues gibts auch von Arlo Parks. Die Londerin hatte fulminanten Erfolg mit ihrer letzten Single Black Dog. In Creep nimmt sie sich jetzt den alten Radiohead-Hit neu vor. Auch die Dixie Chicks melden sich zurück mit einer unmissverständlichen Aufforderung zu allem, was Spaß macht, gerade in einer Zeit nach frischer Trennung, in der es einem so richtig übel gehen sollte. Juliana Calm Down, heißt die neue Single aus dem Album Gaslighter. Die Indigo Girls wünschen sich in When We Were Writers eine Welt voller Dichter und Denker und Ohmme aus Chicago veröffentlichen 3243.

Das Album der Woche kommt vom britischen Songwriter Westerman. Mit Your Hero Is Not Dead lädt er zu einem Spaziergang durch seine Sicht auf die Musikgeschichte ein, der streckenweise ganz schön anspruchsvoll wird. Westerman setzt sich mit den musikalischen Helden seiner Jugend auseinander. Dazu gehört Mark Hollis von Talk Talk  ebenso wie Johni Mitchell und John Martyn. Unterstützt wird er vom Producer Bullion, also Nathan Jenkins, der Treffpunkt-HörerInnen dank seiner eigenen Songs bekannt sein dürfte.

Dazu gibts in der inzwischen zwei Stunden umfassenden Show die AirPlay´s der Woche von Treffpunkt. Als kleiner Spoiler seien die vorderen Ränge verraten 😉 

3 Felix Harrer – Peloton

2 RTJ – JU$T feat. Pharrell Williams, Zack De La Rocha

1 Buscabulla – Nydia.

Die Sendung wird moderiert von Frank und läuft auf www.laut.fm/treffpunkt. Dort findet ihr auch den Sendeplan dieser Woche.

Hier ist Köln mit den „Treffpunkt-AirPlay-Charts“ vom 06. Juni 2020

Wer Chart-Breaker aus den nationalen und internationalen Hitlisten erwartet, wird enttäuscht sein. Wer dagegen interessante Popmusik hören möchte, die es nicht überall gibt im deutschen Internetradio, könnte schon eher fündig werden!

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Unsere Charts sind ein kleines Schaufenster in unser Musikprogramm. Was aktuell am häufigsten läuft auf „Treffpunkt„, das wandert in unsere Hitliste, zu hören u.a. heute Abend ab 19 Uhr auf „Treffpunkt von laut.fm. Die Moderation besorgt Frank.

Und so sieht sie aus für diese Woche, die „Treffpunkt“-Liste der häufigsten AirPlays:

  1. Maisie Peters: The List (von 6)
  2. Oh Wonder: In And Out Of Love (von 9)
  3. Destroyer: Cue Synthesizer (NEU)
  4. Livingston: Fairytale (von 10)
  5. Huck Hastings: Anthem for the End of the World (von 15)
  6. William Prince: The Spark (von 3)
  7. Perfume Genius: Jason (NEU)
  8. Chucky73: Colombiana (NEU)
  9. Arlo Parks: Black Dog (von 2)
  10. Ruben Pol: Fall Apart (NEU)
  11. Hayley Williams: Simmer (NEU)
  12. Sophie Hunger: Everything Is Good (von 15)
  13. Lany: good guys (NEU)
  14. Julia Michaels: Give It To You (from Songland) (NEU)
  15. Jess Williamson: Love’s Not Hard To Find (NEU)

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Neu vorgestellt wird WATERSLIDE, die erste Single aus dem neuen Album vom GIA FORD, denn das Album MURDER IN THE DARK wird das „Treffpunkt – Album der Woche“ für die kommende Woche sein. Wir wollen damit schon einmal ein wenig Appetit machen auf mehr von der 23 Jahre jungen Londonerin.

Neue Songs gibt außerdem auf „Treffpunkt“ in der Sendung „PLAY_STOP – Morgen gehört“. Freut Euch auf neue Musik von WILHELMINE, die vor einigen Tagen ihre Debüt-EP KOMM WIE DU BIST vorgelegt hat. Mit allen fünf Tracks dieser Scheibe besingt die Newcomerin ihren Ansatz einer radikalen Selbstakzeptanz. Uns hat ganz besonders der Song SOLANGE DU DICH BEWEGST gefallen, den wir deshalb auch für unser Musikprogramm besorgt haben. Aktuell sind für den Spätsommer einige Konzerte vorgesehen – alle ausverkauft übrigens – und natürlich alle in Corona-Schwebe.

In die eingeschlafenen und geschwollenen Homeoffice-Beine der geneigten Hörer*innen spielt sich auch LA PRIEST, hinter dem sich der inzwischen solo aktive Samuel Eastgate verbirgt, früherer Sänger der Band LATE OF THE PIER. Die Alternative-Nummer WHAT MOOVES erschien zwar schon im Januar als Vorankündigung des neuen Albums GENE, ist aber eben erst jetzt nach Veröffentlichung des Longplaylers Ende April auf unserem Tisch gelandet.

Weitere neue Songs haben wir im Programm u.a. von GRIFF, BUSCABULLA, JÁNA, ADRIAN CALCANHOTTO, J.S.OUDARA, LIGHTNING BUG, SWEET WHIRL, WOODS, NOAH REID, MINDCHATTER, ASL, JOSEF SALVAT, AYELLE, CHARLOTTE OC, MUZZ, TWO DOOR CINEMA CLUB,

Reinhören bei „Treffpunkt“ lohnt sich also immer, besonders wenn die eigenen Playlists mal wieder langweilig geworden sind und die kuratierten Listen der Streamingdienste einfach nicht raus kommen aus dem Hit-Einheitsbrei, den wir meiden wo immer es geht.

Eine schöne Woche jedenfalls aus Köln!

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Gute Pfingstlaune mit Musik auf „Treffpunkt“ – Aus der Redaktion.

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Photo by Steven Wandera on Pexels.com

Natürlich, die richtige „Pfingststimmung“ will nicht aufkommen so ganz ohne Festivals, großem Familiengrillen oder den klassischen Pfingsttreffen. Aber das Wetter spielt mit. Und vielleicht kann das Radio da ein wenig aushelfen mit neuen Songs, die es zum Entdecken und Kennenlernen auch bei uns auf „Treffpunkt“ gibt.

Los gehts mit ANTHEM FOR THE END OF THE WORLD von HUCK HASTINGS.  Sydney, Heimat des australischen Sängers, wird in dem Song zur dystopischen Kulisse eines Treffens unter Vertrauten. „Let’s dance as the world ends. Pretend we’re infinite, pretend we’re more than this.“ besingt den Optimismus eines Zeugen von Zerstörung und Katastrophe. Der Indie-Pop mit einer sich einprägenden einfachen Melodie macht den Song zu einem Appell an den Glauben daran, dass es einen tieferen Sinn gibt in unserer Existenz, lässt aber offen, worum es sich dabei genau handelt. Hinzu tritt die junge Stimme von Hastings, deren Unschuld man eigentlich nicht zutraut, sich ausgerechnet mit dem Ende der Welt zu befassen. Die Sorgen des Alltags scheinen dem Songschreiber zu liegen, denn auch die anderen beiden Songs seiner gleichnamigen EP bearbeiten Sorgen und Allein-Sein auf den Sohlen schöner Melodien. Diesen Gegensatz schafft nicht jeder. Wir werden ihn auf jeden Fall weiter beobachten. Mehr zur neuen EP, zur Biografie und Fotos wie das hier veröffentlichte Bild findet Ihr unter www.huckhastings.com

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Foto: http://www.huckhastings.com

Bleiben wir noch ein wenig im Indie-Bereich. Rock produzieren INHALER aus Dublin schon länger. Zu ihren Gründungsmitgliedern gehört schon seit 2012 Elijah Hewson, Sohn des Frontmanns Bono von U2. Nach ersten selbstverlegten Singles und der ersten eigenen EP im letzten Jahr, sind INHALER inzwischen bei Polydor gelandet und damit bei einem der Mayor-Labels der Insel. Die sucht ja gerade fieberhaft nach dem Nachfolge-Sound des Brit-Pop und hat auch in INHALER einen Kandidaten entdeckt, der viel verspricht. So belegten sie 2020 Platz 5 der jährlichen BBC-Suche nach dem „Sound of …“. Wir haben uns für die aktuelle Single FALLING IN entschieden und wünschen INHALER und allen anderen Band, die ein lebendiges Publikum der Clubs und Festival-Gelände zur kreativen Weiterentwicklung brauchen wie die Luft zum Atmen, dass auch diese Art des Zusammenkommens bald wieder möglich ist. Mehr zu Inhaler.

Erinnert Ihr Euch noch an MICAH & JULIA? Das niederländische Pop-Duett haben wir Euch vor geraumer Zeit an dieser Stelle schon einmal kurz vorgestellt. 2019 ging es für die beiden auf Einladung des Latin-Grammy-Gewinners und in den USA erfolgreichen Songschreibers Femke Weidema nach Nashville. Denn obwohl die Stadt in der Hauptsache für ihre vielen Country-Bands bekannt ist und für die explosive Mischung aus Geschäft und Kreativität, die natürlich vor allem die Plattenindustrie dort seit Jahrzehnten hat heimisch werden lassen, steht sie eben auch für einen Ort, an dem handgemachte Musik einen unumstößlichen Platz hat. Und Letzteres trifft gerade auch für MICAH & JULIA zu: qualitativ gut gemachte Songs zu Themen aus dem Leben. Wenn sie auch noch „Homemade-Sessions“ neben den Titel schreiben, dann ist das eben ein zusätzliches Merkmal ihrer Musik aus dem Heute. NEVER EVER haben wir neu ins Programm genommen. 

Als die neue EP STRANGERS / LOVERS von DAGNY Norvoll Sandvik aus Tromsø im kalten Norwegen vor ein paar Wochen erstmals auf dem Tisch lag, haben wir wohl nicht so richtig hingehört. Jedenfalls landete sie erstmal auf dem „Nachhören“-Stapel und wollte bei uns nicht so richtig zünden. Aber wie manchmal im Leben braucht man ab und zu einen zweiten Blick. Und den riskierten wir, als wir DAGNY auf dem Cover ihrer Single SOMEBODY erneut in die skandinavisch-schönen Augen blickten. Bis jetzt hatte die 1990 geborene Sängerin einige Erfolge in den norwegischen und schwedischen Charts. Bei uns scheint sie noch weniger bekannt zu sein. Jetzt könnt ihr SOMEBODY bei uns im Musikprogramm hören und Euch mitreißen lassen vom gut gemachtem Elektro-Pop der Schwedin, die es inzwischen ohne Mühe auf beachtliche Stream-Abrufe in den großen Portalen bringt, die gerade für Newcomer zwar finanziell wenig attraktiv sind, dafür aber die Bekanntheit ordentlich steigern können. Hier gehts zu DAGNY IM WEB

Was gibts sonst Neues auf „Treffpunkt“? Immer am Montag senden wir ab sofort um 18 Uhr das „Blind Dance Radio“. Hier gibts House, Elektro und Dance auf die Ohren und in die Beine. Durch die Sendung führt DJ Artin.

Neue Musik bieten wir außerdem von CONRAD, TOM BOY, GUSSSTAVE, MAUVE, GRACIE ABRAMS, ELINA BLUE, JUST BELLA, DEADELUS, FELIX HARRER, SVNIIVAN, NIZZA NOISE, ALEX DENADA, RUBEN POL, SIA und KYGO.

Einschalten könnt Ihr „Treffpunkt – Netzrundfunk aus Köln“ rund um die Uhr unter www.laut.fm/treffpunkt und über alle großen Smart-Home-Geräte dieses Univerums.

Frohe Pfingsten wünscht Eure Redaktion.

Alles neu macht der Mai? Neues aus der Redaktion…

Naja, alles neu wäre ein bisschen übertrieben, aber viele neue Sounds haben in den ersten beiden Wochen des Mai schon den Weg in unsere Playlists auf „Treffpunkt“ gefunden.
Einige Songs und Interpreten möchte ich Euch hier ein wenig näher bringen. Dabei sind es selten die großen Chartkracher, die es mir wirklich angetan haben, sondern eher Songs, die es schwerer haben in irgendwelchen offiziellen Hitlisten.

Los gehts mit elektronischer Musik. Davon abgesehen, dass wir seit einiger Zeit wieder regelmäßig tolle Mixe von interessanten DJane und DJays weltweit auffinden und bei uns abspielen, trauen wir uns und Euch wieder ein wenig mehr an musikalischen Experimenten zu. Für das Medium Radio ist die neue Veröffentlichung der Radio-Profi-DJane Josey Rebelle, die unter dem Titel „Josey in Space“ vorgestern erschien, auf jeden Fall eine ganz spezielle Versuchung, der man aufgrund der vielfältigen Klänge und Rhythmen einerseits nur schwer widerstehen kann, bei der man aber auf der anderen Seite als Redakteur andauernd über den besten Sendeplatz grübelt. Und das liegt schlicht daran, dass man sich wirklich einlassen muss auf die von Josey abgelieferten 21 Mixe diverser Kolleginnen und Kollegen. Wer sich aber einlässt, steigt ein in eine Reise durch die Welt und kann in knapp 72 Minuten entdecken, welche Vielfalt an Stilen und Genres schwarze Tanzmusik in unterschiedlichen Regionen und Zeiten erschaffen hat. Josey, die seit 2011 zusätzlich zu ihrer Tätigkeit als DJane regelmäßig bei Rinse FM auflegt, wurde im letzten Jahr vom BBC Radio1 zur Macherin des „BBC Radio1 Essential Mix of the Year“ gekürt und thronte kurz darauf auf dem Cover des renommierten „DJMag“. Mit „Josey in Space“ versammelt sie Black-Music-Veteranen der House-Szene ebenso wie aufstrebende britische Produzenten und DJays. Zu ihnen gehören AFRODEUTSCHE, Fotomachine, Brassfoot, Uschi Classen, Titonton Duvante und einige mehr. Zum regelmäßigen Entdecken eines neues Mixes des Albums haben wir  20 der 21 Tracks in unsere B-List eingestellt, aus der wir unser Nachtprogramm gestalten und die auch tagsüber einen gehörigen Teil des Musikprogramms speist.

Wir bleiben bei elektronischen Experimenten, werden allerdings wieder ein wenig verträglicher für das melodieverwöhnte Ohr. The Alien Brainchild Project kommt aus Freiburg und ist das Deep-House-Projekt des als DJ Tim Gladis bekannten Produzenten Timo Hirlinger. Auch diese Nummer zielt wie andere Veröffentlichungen von The Alien Brainchild Project nicht so sehr auf Chartplätze, sondern auf Menschen, die gut gemachte Musik mögen. Und dazu gehört „Thunder Lounge“, ein Track, der am 01. Mai neu erschien, auf alle Fälle. Deshalb hört Ihr ihn auch auf „Treffpunkt“.

Seit unserem Ausflug nach Brasilien bei Music for Gabi, den popmusikalischen Reisen auf „Treffpunkt“, vor einiger Zeit, schaue ich wieder etwas genauer auf neue Musik aus Brasilien. Fernanda Takai, besser bekannt als Sängerin und Gitarristin der Rockband Pato Fu, ist seit 2007 auch solo unterwegs und erfolgreich. Die Tochter aus einer portugiesisch-japanischen Ehe machte unter anderem mit einer Collaboration mit Toshiyuki Yasuda und Moreno Veloso für die us-amerikanische Non-Profit-Organisation „Red Hot“ auf sich aufmerksam. Jetzt erschien ihre neue Single „Terra Plana“, die wir Euch prompt und gerne vorstellen. Ebenfalls aus Brasilien, genauer aus São Paulo, kommt die Singer-Songwriterin Marina do Céu. Carinhoso, zu deutsch zärtlich, heißt ihre neue Produktion, die mich gerade aufgrund ihres Gesangs und der auch ohne Übersetzung allein musikalisch transportierten traurig-sentimentalen Stimmung gefesselt hat.

Kenianische Wurzeln hat die Niederländerin Nana Adjoa. Als Singer-Songwriterin hat sie sich bei unseren Nachbarn schon vor ein paar Jahren einen Namen gemacht, als Multi-Instrumentalistin spielt sie viele ihrer Songs selbst ein, als musikalische Entdeckerin hat sie sich ihre Neugierde und ihr Interesse an Stilvielfalt zur Grundlage ihrer ganz unterschiedlichen Songs gemacht. Aufgefallen ist sie mir mit der im vergangenen Jahr erschienen Single Love And Death, einer wunderschönen modernen Ballade, wie man sie auf Basis elektronischer Beats selten hört. Jetzt ist sie stärker denn je zurück mit „She’s Stronger“. Ich freue mich auf mehr von ihr in der Zukunft.
Absolut angesagt im Moment ist der ebenfalls auf afrikanischen Wurzeln beruhende Sound des Kuduro, einem angolanischen Musik- und Tanzstil, den vor allem die britische Rapperin M.I.A. nach Europa getragen hat. Ganz und gar für Kuduro steht Pongo. Die Tochter angolanischer Exilanten wuchs in Portugal auf und lernte auf den Straßen von Lissabon Kuduro kennen. Darauf zu toasten und zu singen wurde ihre Leidenschaft, eine Leidenschaft, die sie heute langsam aber sicher ganz weit in die Welt trägt. Uwa heißt ihre neue EP und daraus legen wir Euch den Song Wafu ganz nah ans Herz. Also, reinhören!

Weitere neue Tracks gibts bei uns von sepentwithfeet, einem US-Sänger für den sich glatt noch ein weiterer Textabsatz lohnen würde, den US-Girls, Die Sterne, Austra, Mad Blu, Jannis Block, Faux Real, Anson Seabra, Alex Porat, Fletcher, Jess Williamson und vielen mehr.

Konzentriert gibts das alles in PLAY_STOP, jeden Nachmittag ab 17 Uhr und am Wochenende um 11 Uhr auf TREFFPUNKT. Ansonsten hört Ihr bei uns wie immer den ganzen Tag unseren besonderen Mix aus Alt und Neu, aus berühmt, berüchtigt und gänzlich unbekannt. Das war’s für heute.

Euer Frank.

Treffpunkt, Netzrundfunk aus Köln, einschalten: www.laut.fm/treffpunkt 

 

Zwischen Laptop, Kopfhörern und Staubmäusen … Neues aus der Redaktion

Auch diese Woche findet nach unzähligen erfolgreichen und geplatzten Telefonkonferenzen, brillianten und verwackelten Fotos, Videotelefonaten und anderen Versuchen, zusammenzukommen, ohne sich zu begegnen, ein gemütliches Ende mit vielen neuen Songs im Radio.

Dieses Mal reichen unsere Song-Tipps von Indie-Folk bis EDM und damit irgendwie über alle bunten Genres der Populärmusik. In dieser Vielfalt präsentiert sich Radio auf „Treffpunkt“, dem Netzrundfunk aus Köln.

Jemand, der zweifelsfrei (noch) zu den weniger bekannten Künstlerinnen dieser Welt gehört, ist die aus den USA kommende Singer-Songwriterin Katie Crutchfield, Lead-Sängerin des Musikprojekts Waxahatchee. 2012 erschien ihr Debüt, das sie schrieb während sie eingeschneit zu Hause bei ihren Eltern lebte.
Inzwischen ist viel passiert rund um Waxahatchee. Das fünfte Album „Saint Cloud“ erschien am 27. März und liefert uns mit elf frischen Songs einen Spaziergang zwischen Alternative und Folk.

Darunter findet sich auch ein kleiner unscheinbarer Song, der schon im Februar als zweite Single-Auskopplung erschienen ist. In „Lilacs“ malt Katie Crutchfield eine Welt, die wie ein böser Traum anmutet. Dazu gehören Bilder aus vergangenen Zeiten, sterbende Blumen, Staub. Zugleich ermutigt jedoch die an die 60er Jahre erinnernde Atmosphäre ihrer Musik dazu, zwischen all diesen Bildern voller Pathos und Patina am Ende doch die Weisheit zu entdecken. Ein Song, der gut in diese Zeit passt, in der viele von uns deutlich mehr Zeit alleine zu Hause mit sich selbst verbringen. Dort sitzen wir mit den Aufgaben des Tages, beobachten die Staubmäuse aus stressigeren Zeiten und die nervösen Bilder in unseren Gedanken, um hoffentlich daraus Kraft und Zuversicht für den sich gerade mal im Ansatz abzeichnenden „neuen Alltag“ zu ziehen.

Von einer, die viele Hochs und Tiefs des Musikerlebens noch vor sich hat, zu einem, der mit seinen knapp 70 Jahren bereits auf ein bewegtes Leben als Künstler zurück blickt und immer noch nicht genug bekommt. Die Rede ist von Pepe Romero, einem spanischen Gitarristen, der mal über sich selbst sagte, er sei mit der Gitarre geboren und werde mit ihr im Arm auch sterben.

Gitarre und Saxophon, die können gut miteinander. Und Pepe Romero beweist das aufs Neue mit dem Album „Simplemente Sax“. Daraus haben wir den Song „I Feel Good“ für unser Musikprogramm entdeckt. Mit unglaublicher Energie segnete James Brown einst diesen inzwischen Hundertfach gecoverten Klassiker. Genau diese Energie transportieren Gitarre und Saxophon auch in der uns von Pepe Romero geschenkten Version. Ein toller Song eben, der Kraft gibt für den Tag.

Gross war die Freude, als sich im letzten Jahr eine Tour des isländischen Ausnahmekünstlers Àsgeir Trausti Einarsson durch Deutschland ankündigte. Gerade jetzt wäre er bei uns unterwegs, um isländische Einsamkeit in den deutschen April zu zaubern.

Eine Platte kann da wirklich wenig ersetzen, selbst wenn sie toll gemacht ist und einzigartig die isländische Lyrik seines Vaters Einar Georg Einarsson mit isländischer Musik und der durch das stete Leben mit Elfen und anderen Geistwesen geprägten Kultur seines Landes verbindet.

Nicht staatlich auferlegte Corona-Heimarbeit war es, die hier den Rückzug ins Private auslöste, sondern eine Trennung, die zu verarbeiten er sich in der selbst gewählten isländischen Einöde vorgenommen hatte. Entstanden ist „Bury The Moon“, das dritte Studioalbum von Àsgeir, das in der wie immer parallel erschienenen isländischen Version „Sátt“ heißt und am 07. Februar 2020 erschien. Den Titelsong spielen wir schon regelmäßig auf „Treffpunkt“. Jetzt kommt der Song „Pictures“ hinzu und zwar in der isländischen Version „Myndir“, ein Song, in dem beide Sprachen zusammenkommen. Wir wünschen auch hier viel Freude beim Genuss von Einsamkeit und Ruhe, die dieses Stück ausstrahlt.

Neu in unserer A-List ist auch „Generation Noise“, eine House-Produktion des DJay und Producers Jason D3an. Und der klingt wie Miami, kommt aber aus Neugersdorf im Südosten Sachsens. Wir freuen uns über gut gemachten House-Sound. Oder ist es EDM? Aber wer weiß das schon. Müssen wir auch nicht wissen, denn die Scheibe klingt gut und ist damit genau richtig für unser Publikum.

Ausserdem neu auf „Treffpunkt“: Musik von Madism, Mauve, Alle Farben & Alexander Tidebrink, Daniel Saint Black, Jeremy Zucker und Itsmasc von einigen – zugegeben wenigen – Chartstürmern abgesehen.

Eure Treffpunkt-Musikredaktion

 

#WirbleibenZuHause und melden uns … aus der Redaktion mit neuen Tipps zu neuer Musik auf „Treffpunkt“

IMG_3567Während die Welt sich mal wieder uneins ist, ob wir nun weiter zu Hause bleiben, ob dieses oder jenes Geschäft zuerst öffnet, ob wir Masken tragen, auch mit Abstand am Fließband sitzen und uns über doofe Fake-News zum Virus ärgern, setzen wir die Kopfhörer auf und tunen auch in dieser Woche lieber den CD-Player und unsere Playlists, anstatt Euch mit noch mehr #Corona auf den Wecker zu gehen.

Die Ausbeute, mit der wir unsere Musikeinkäufe aus den internationalen Hitlisten verlassen haben, ist in dieser Woche besonders mager ausgefallen. Es mag an Ostern liegen oder an den auch für Studios schwierigeren Arbeitsbedingungen: Wir haben jedenfalls wenig gefunden, was wir für unser Musikprogramm auf „Treffpunkt“, dem Netzrundfunk aus Köln, für geeignet befunden haben.

Ein paar Merkwürdigkeiten waren allerdings schon dabei. Zum Beispiel der Song „Skechers“ von DripReport. Letzteres ist keine Band oder etwas Vergleichbares. Am Besten passt hier der kurze und doch vielsagende Begriff des „YouTubers“. Der Song und seine Promotion sind ein gutes Beispiel dafür, wie heutzutage aus verrücktem „Zeug“ – um nicht das Wort „Müll“ zu benutzen – „Musik“ wird, quasi geadelt durch eine ziemlich hohe Platzierung in den Charts dieser Welt. Das „Pushen“ läuft dabei vor allem über das soziale Netzwerk „TikTok“. Dort ging das Video „viral“ und landete prompt in Spitzenpositionen der Downloadcharts von Spotify.

Hört man beim Text genauer hin, würde man sich am liebsten die – bei mir zumindest nicht mehr vorhandenen – Haare raufen über so viel Dreistigkeit. Da wedelt ein indischer Typ mit Kohle herum und „lockt“ damit das von ihm angestarrte Mädchen in den tollen „Skechers“, besonderen Sneakers. Ja, er könnte ihr die Dinger sicher überlassen, wenn sie sich nur mit ihren „Naturalien“ erkenntlich zeigen wollte. Ganz ungeniert gehts hier also um Sex und Lust für schnöden Mammon. Der Erfolg des Songs bei „TikTok“ hat hier nicht zum ersten Mal zu einem breiteren und größeren Interesse – von „Erfolg“ wollen wir hier gar nicht sprechen – geführt. Sonst ist nichts dahinter. Prophezeien wir also schon heute mal das baldige Verschwinden von DripReport in der Mülltonne. Aus den genannten Gründen hört Ihr das bei uns nicht.

Ganz ohne Corona gehts aber doch nicht. So haben wir uns zum Beispiel für den neuen Song „Sind wir bereit?“ von Sarah Connor entschieden. Unter den Eindrücken der aktuellen Gesundheitskrise sind Text und Melodie entstanden. Ihr geht es nicht um das Vordergründige und Offensichtliche, sondern sie versucht, hinter die Stirn zu blicken. Sie fragt, ob wir bereit dazu sind, aus den Erfahrungen der Zwangspause zu lernen. Können wir aus der Krise mit neuem Mut gestärkt hervorgehen? Sarah Connor lädt ein, darüber nachzudenken, ob die saubere Luft, die wir gerade atmen, das Für-einander-Einstehen, das wir aktuell an vielen Stellen üben und die vielen kleinen positiven Erfahrungen, die wir in der Krise miteinander machen, nicht etwas sein könnten, was wir aus ihr in die Zukunft mitnehmen. Die Erlöse aus dem Song gehen übrigens als Spende an „betterplace.org“.

Unter den zahlreichen weltweiten Opfern der Covid-19-Erkrankung sind auch immer öfter bekannte Namen. Den Eigenarten der Krankheit entsprechend treffen die schweren Verläufe gerade die älteren Semester der Musiker und Künstler. Auch unter den Stars. Mit ihnen gehen Erfahrung, Können und Weisheit. Wir verlieren sie mit all ihren Talenten auch als Lehrer und Förderer der jungen Musiker und Künstler. Ein Beispiel dafür ist der Pianist Ellis Marsalis Jr., der mit seinen 85 Jahren ganze Generationen von Musikern in New Orleans unterrichtet hatte. Deshalb sind Initiativen so wichtig, die dabei helfen, die Weltgemeinschaft stärker zu machen im Kampf gegen das Virus.

Auch Florence Welch beschäftigt die Krise. Im Netz teilt sie ihre Gedanken und Gefühle mit ihren Fans. Jetzt haben „Florence + the Machine“ den Song „Light Of Love“ veröffentlicht, der möglichst viel Geld einspielen soll für die Menschen, die an vorderster Front gegen die Pandemie kämpfen. Ihre Spende geht an die amerikanische „Intensive Care Society“, die sich um Ärzte, Schwestern und andere Berufsgruppen im Gesundheitswesen kümmert. „Light Of Love“ soll ein Zeichen der Liebe sein, mitten in der Krise.

Aus Tübingen kommt der Musiker Dominik Vona. Mit einer Mischung aus Alternative-Pop und klassischem Songwriter-Sound ausgestattet, haben wir den Song „Papa weint“ aus dem Album „92“ mit in unsere Playlists aufgenommen. Auch heute noch gibt es wenige Gelegenheiten, bei denen Männer weinend zu beobachten sind. Besonders Väter bemühen sich um Stärke und Kraft und das Weinen als eigentlich normale menschliche Reaktion auf emotionalen Stress wird da noch immer zur Heimlichkeit gemacht. Deshalb ist es auch jetzt noch etwas Besonderes, den eigenen Vater weinen zu sehen und schon das Bild löst beklemmende Gedanken an die einem selbst passierten Schicksalsschläge aus. Doch hört am besten selbst mal rein.

Ausserdem haben wir in dieser Woche Musik von Astrid S und Batt Young, Elle Winter, gnash, Die Sterne (feat. Kaiser Quartett), Lowlamd Hum, Dan Croll, Martin Garrix und vielen anderen mehr eingekauft, eingestellt und ins Programm genommen.

Bleibt noch, Euch eine schöne Woche zu wünschen und die Kraft, die Verlängerung der im Land bestehenden Sonderregeln gut zu meistern.

Eure Redaktion.

Schlaghosen, Koteletten und kunterbunte Tanzwelten – Hits und News aus 1976 bei HITS ON FIRE

Wer kennt sie nicht, die ollen Tapeten in Rot- und Brauntönen in sich regelmäßig wiederholenden Ornamenten? Schön waren sie nicht gerade, haben aber den von Muttern verordneten Mittagsschlaf zur „Reise in unbekannte Dimensionen“ werden lassen. So jedenfalls erinnere ich mich an meine wenig bewusst popkulturellen Erinnerungen an eine Welt im Wandel.

Denn das war so in den 70ern und auch 1976 bildete da keine Ausnahme. Intelligenz, künstlerische Begabung und eine leichte Tendenz zur Crazyness waren die beliebtesten Zutaten zu den erfolgreichen Acts dieser Zeit.

Während damals im Bundestag die Grenze zwischen politischer Utopie und roter Gefahr für die CDU noch zwischen Schwarz und Rot verlief, war ein Zimmer weiter Bundestags-Wahlgewinner und Kettenraucher Helmut Schmidt schon viel weiter und schmiedete an der ersten Koalition zwischen Rot und Gelb. Hunderte Kilometer weiter, im Osten des geteilten Landes dagegen, herrschten noch „klare Verhältnisse“: Erich hatte wie immer die Wahl in der Tasche noch bevor sie überhaupt stattfand.

Wie unterschiedlich die beiden Wahlsieger wahrscheinlich auch gefühlt haben, bei den Regierten im Land hat es sich mit Sicherheit ähnlich angehört, wenn die Hits des Jahres 1976 während dem Einlaufen der neuen Jeans unter der Dusche angestimmt wurden. „Fly, Robin, Fly“ von Silver Convention ließ von der damals noch unbezahlbaren oder unerreichbaren Flugreise träumen und David Dundas lieferte den Rhythmus, in der die fertige Levi’s „angegossen“ wurde oder man sich wieder ärgerte über die tolle DDR-Robustheit mit der sich die „Boxer“ Made in GDR einzulaufen weigerte.

Da passte dann wohl eher „Schmidtchen Schleicher“, der – wenn man so einen kannte – auf leisen Sohlen im „Exquisit“-Geschäft hinten doch noch nen Westimport holte – gegen Aufpreis versteht sich. Heute könnte einem das ja durchaus mit Klopapier passieren.

Aber genug von meiner Phantasie: In dieser Ausgabe gibts neben den schon genannten Stars Musik u.a. von Johnny Wakelin, Harpo, Frank Farian, John Miles, Boney M. und einigen mehr.

HITS ON FIRE 1976 hört Ihr auf „Treffpunkt“, dem Netzrundfunk aus Köln, unter anderem Dienstags ab 20 Uhr unter www.laut.fm/treffpunkt.

 

Euer Frank.

 

Aus der Redaktion …

… willkommen in einem doch etwas anderen Osterwochenende. Lang ist es wie immer, also satte vier Tage „frei“.

Doch der typische Stress darüber, wen wir alles zu besuchen haben aus unserer Verwandtschaft ist dem weitaus besser zu ertragenden Zusammensein in enger Familie und der Frage wer wen wann anruft gewichen. Auch einen Einkaufsmarathon gab es nicht in diesem Jahr bei uns. Und ich hatte den Eindruck, dass das nicht nur bei uns so war. Die meisten von uns scheinen zu Hause geblieben, denn viel zu groß ist die Sorge darüber, unsere politisch Verantwortlichen könnten Signale empfangen, die ihnen eine weitere Verlängerung des strengen Lock-Downs unseres Alltags nahe legen.

Was gäbe es also besseres, als sich zurück zu lehnen und ein wenig in den Neuanschaffungen von „Treffpunkt“ zu wühlen, um Euch das Eine oder Andere davon hier etwas näher zu bringen.

In den Charts tut sich nicht sehr viel Spannendes. Viele große Veröffentlichungen werden verschoben und deshalb haben es die Dauerbrenner dort deutlich leichter, länger gut verkauft zu werden.

Schauen wir also auf die anderen interessanten Platten, also jene Tonträger, die mir dort oft ohnehin beizeiten leider nicht zu erwarten sind, aber einen zweiten und einen dritten Blick verdient haben.

Los gehts mit einer Veröffentlichung der kanadischen Singer-Songwriterin Frazey Ford. Seit Jahren mischt sie in der kanadischen Folkszene mit ihrer Band „The Be Good Tanyas“ mit und ist seit 2008 auch solo erfolgreich.
Was raus kommt, wenn man – wie sie in einem Interview bekennt – die Kindheit in einer Atmosphäre voll von „Posesie, Reisen und Bob Dylan“ (Quelle: Wikipedia) verbracht hat, klingt nach gut gemachtem 70er-Jahre-Soul-Rock. Und das macht Laune.

Den Fuß wippend – anders gehts nun wirklich nicht – lauschen wir der kraftvollen Stimme von Frazey, die sich mit dem Song „Azad“, den wir jetzt in unser Musikprogramm aufgenommen haben, nicht nur an ihren Sanskrit-Namen Azat Lotus Blythe Ford, erinnert, den ihr ihre Eltern bei der Geburt gegeben haben, sondern sich selbst ermahnt, sich treu zu bleiben und ihren Träumen trotz aller Hindernisse im Leben weiter zu folgen. Ist schön und gibt Energie, gerade wenn sie auszugehen droht, in der aktuellen Oster-Pause zwischen den Corona-Wochen dieses Frühlings.

Mit „Workaround Two“ machen wir Euch vertraut mit der Arbeit der britischen Rhythmus-Enthusiastin und DJane Beatrice Dillon. Ihr im Februar erschienenes Album „Workarround“ – entstanden in Studios in London, Berlin und New York – kombiniert ihre Liebe zu britischen Clubsounds mit ihren Afro-Karibischen-Einflüssen mit dem spielerischen Drang zu kompositorischen Experimenten. Das gelingt ihr nicht nur mathematisch präzise, sondern auch noch genau auf der Grenze zwischen Pop und Avantgarde wandelnd.

Eine freie Projektionsfläche zwischen 1 und 157? Hier wird gezählt. Gezählt und nicht getextet? Richtig gelesen. Tom Rosenthal zählt. Er zählt von 1 bis 157 in diesem tollen Popsong, der unglaublich viele Momente der Freude und der Gänsehaut miteinander vereint. So kennen wir Tom Rosenthal, den Singer-Songwriter aus Großbritannien, der uns auf „Treffpunkt“ schon viele schöne Songs beschert hat. Und das in vollen 12 Minuten.

Freut Euch! Das meine ich ernst, denn was Ihr mit diesen 12 Minuten und ihren 157 Zählmomenten in unendlich vielen musikalischen Farben macht, das bleibt Euch überlassen. Ne Anleitung vom Künstler? Ich habe sie vergebens gesucht bis jetzt im Netz. Macht aber nichts. „157“ reiht sich für mich ein in eine Zeit, in der wir öfter mal abschalten und einfach das Gehirn mal machen lassen sollten. Ist auch mal schön.

Thematisch wieder etwas konkreter werde ich mit meinem letzten Tipp für heute. „In A Strangers Arms“ heißt die Single der Schwedin Lotta Lindgren, alias Léon. Musikalisch würde ich die gelungene Nummer als Folk-Pop bezeichnen, die gut zur tiefen Stimme der Singer-Songwriterin passt. Dass das, was man alles zu fühlen erwartet, wenn vor dem ersten selbst erlebten Abschied von einer Liebe steht, und das, was tatsächlich passiert, zwei Seiten einer Medaille sind, ist leicht nachzuvollziehen. Dass jede/r selbst da durch muss und danach eine eigene Story schreibt, auch. Genau darüber singt Léon hier. Verspielt, träumerisch und doch ganz schön ernst ist, womit ich mich für heute von Euch verabschieden möchte.

Die Redaktion hat außerdem zu empfehlen: neue Songs von Roary, Liam Mour, Matt Holubowski, Grace Davies, SHY Martin und Kelsa Ballerini. Das alles zu hören u.a. in MORGEN GEHÖRT!, täglich ab 12 Uhr und zwischendurch auch mal abends, auf „Treffpunkt“, dem Netzrundfunk aus Köln.

Ich freue mich jedenfalls auf schöne Popmusik-Zeiten im Radio.

Euer Frank.