Alles neu macht der Mai? Neues aus der Redaktion…

Naja, alles neu wäre ein bisschen übertrieben, aber viele neue Sounds haben in den ersten beiden Wochen des Mai schon den Weg in unsere Playlists auf „Treffpunkt“ gefunden.
Einige Songs und Interpreten möchte ich Euch hier ein wenig näher bringen. Dabei sind es selten die großen Chartkracher, die es mir wirklich angetan haben, sondern eher Songs, die es schwerer haben in irgendwelchen offiziellen Hitlisten.

Los gehts mit elektronischer Musik. Davon abgesehen, dass wir seit einiger Zeit wieder regelmäßig tolle Mixe von interessanten DJane und DJays weltweit auffinden und bei uns abspielen, trauen wir uns und Euch wieder ein wenig mehr an musikalischen Experimenten zu. Für das Medium Radio ist die neue Veröffentlichung der Radio-Profi-DJane Josey Rebelle, die unter dem Titel „Josey in Space“ vorgestern erschien, auf jeden Fall eine ganz spezielle Versuchung, der man aufgrund der vielfältigen Klänge und Rhythmen einerseits nur schwer widerstehen kann, bei der man aber auf der anderen Seite als Redakteur andauernd über den besten Sendeplatz grübelt. Und das liegt schlicht daran, dass man sich wirklich einlassen muss auf die von Josey abgelieferten 21 Mixe diverser Kolleginnen und Kollegen. Wer sich aber einlässt, steigt ein in eine Reise durch die Welt und kann in knapp 72 Minuten entdecken, welche Vielfalt an Stilen und Genres schwarze Tanzmusik in unterschiedlichen Regionen und Zeiten erschaffen hat. Josey, die seit 2011 zusätzlich zu ihrer Tätigkeit als DJane regelmäßig bei Rinse FM auflegt, wurde im letzten Jahr vom BBC Radio1 zur Macherin des „BBC Radio1 Essential Mix of the Year“ gekürt und thronte kurz darauf auf dem Cover des renommierten „DJMag“. Mit „Josey in Space“ versammelt sie Black-Music-Veteranen der House-Szene ebenso wie aufstrebende britische Produzenten und DJays. Zu ihnen gehören AFRODEUTSCHE, Fotomachine, Brassfoot, Uschi Classen, Titonton Duvante und einige mehr. Zum regelmäßigen Entdecken eines neues Mixes des Albums haben wir  20 der 21 Tracks in unsere B-List eingestellt, aus der wir unser Nachtprogramm gestalten und die auch tagsüber einen gehörigen Teil des Musikprogramms speist.

Wir bleiben bei elektronischen Experimenten, werden allerdings wieder ein wenig verträglicher für das melodieverwöhnte Ohr. The Alien Brainchild Project kommt aus Freiburg und ist das Deep-House-Projekt des als DJ Tim Gladis bekannten Produzenten Timo Hirlinger. Auch diese Nummer zielt wie andere Veröffentlichungen von The Alien Brainchild Project nicht so sehr auf Chartplätze, sondern auf Menschen, die gut gemachte Musik mögen. Und dazu gehört „Thunder Lounge“, ein Track, der am 01. Mai neu erschien, auf alle Fälle. Deshalb hört Ihr ihn auch auf „Treffpunkt“.

Seit unserem Ausflug nach Brasilien bei Music for Gabi, den popmusikalischen Reisen auf „Treffpunkt“, vor einiger Zeit, schaue ich wieder etwas genauer auf neue Musik aus Brasilien. Fernanda Takai, besser bekannt als Sängerin und Gitarristin der Rockband Pato Fu, ist seit 2007 auch solo unterwegs und erfolgreich. Die Tochter aus einer portugiesisch-japanischen Ehe machte unter anderem mit einer Collaboration mit Toshiyuki Yasuda und Moreno Veloso für die us-amerikanische Non-Profit-Organisation „Red Hot“ auf sich aufmerksam. Jetzt erschien ihre neue Single „Terra Plana“, die wir Euch prompt und gerne vorstellen. Ebenfalls aus Brasilien, genauer aus São Paulo, kommt die Singer-Songwriterin Marina do Céu. Carinhoso, zu deutsch zärtlich, heißt ihre neue Produktion, die mich gerade aufgrund ihres Gesangs und der auch ohne Übersetzung allein musikalisch transportierten traurig-sentimentalen Stimmung gefesselt hat.

Kenianische Wurzeln hat die Niederländerin Nana Adjoa. Als Singer-Songwriterin hat sie sich bei unseren Nachbarn schon vor ein paar Jahren einen Namen gemacht, als Multi-Instrumentalistin spielt sie viele ihrer Songs selbst ein, als musikalische Entdeckerin hat sie sich ihre Neugierde und ihr Interesse an Stilvielfalt zur Grundlage ihrer ganz unterschiedlichen Songs gemacht. Aufgefallen ist sie mir mit der im vergangenen Jahr erschienen Single Love And Death, einer wunderschönen modernen Ballade, wie man sie auf Basis elektronischer Beats selten hört. Jetzt ist sie stärker denn je zurück mit „She’s Stronger“. Ich freue mich auf mehr von ihr in der Zukunft.
Absolut angesagt im Moment ist der ebenfalls auf afrikanischen Wurzeln beruhende Sound des Kuduro, einem angolanischen Musik- und Tanzstil, den vor allem die britische Rapperin M.I.A. nach Europa getragen hat. Ganz und gar für Kuduro steht Pongo. Die Tochter angolanischer Exilanten wuchs in Portugal auf und lernte auf den Straßen von Lissabon Kuduro kennen. Darauf zu toasten und zu singen wurde ihre Leidenschaft, eine Leidenschaft, die sie heute langsam aber sicher ganz weit in die Welt trägt. Uwa heißt ihre neue EP und daraus legen wir Euch den Song Wafu ganz nah ans Herz. Also, reinhören!

Weitere neue Tracks gibts bei uns von sepentwithfeet, einem US-Sänger für den sich glatt noch ein weiterer Textabsatz lohnen würde, den US-Girls, Die Sterne, Austra, Mad Blu, Jannis Block, Faux Real, Anson Seabra, Alex Porat, Fletcher, Jess Williamson und vielen mehr.

Konzentriert gibts das alles in PLAY_STOP, jeden Nachmittag ab 17 Uhr und am Wochenende um 11 Uhr auf TREFFPUNKT. Ansonsten hört Ihr bei uns wie immer den ganzen Tag unseren besonderen Mix aus Alt und Neu, aus berühmt, berüchtigt und gänzlich unbekannt. Das war’s für heute.

Euer Frank.

Treffpunkt, Netzrundfunk aus Köln, einschalten: www.laut.fm/treffpunkt 

 

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