Zwischen Laptop, Kopfhörern und Staubmäusen … Neues aus der Redaktion

Auch diese Woche findet nach unzähligen erfolgreichen und geplatzten Telefonkonferenzen, brillianten und verwackelten Fotos, Videotelefonaten und anderen Versuchen, zusammenzukommen, ohne sich zu begegnen, ein gemütliches Ende mit vielen neuen Songs im Radio.

Dieses Mal reichen unsere Song-Tipps von Indie-Folk bis EDM und damit irgendwie über alle bunten Genres der Populärmusik. In dieser Vielfalt präsentiert sich Radio auf „Treffpunkt“, dem Netzrundfunk aus Köln.

Jemand, der zweifelsfrei (noch) zu den weniger bekannten Künstlerinnen dieser Welt gehört, ist die aus den USA kommende Singer-Songwriterin Katie Crutchfield, Lead-Sängerin des Musikprojekts Waxahatchee. 2012 erschien ihr Debüt, das sie schrieb während sie eingeschneit zu Hause bei ihren Eltern lebte.
Inzwischen ist viel passiert rund um Waxahatchee. Das fünfte Album „Saint Cloud“ erschien am 27. März und liefert uns mit elf frischen Songs einen Spaziergang zwischen Alternative und Folk.

Darunter findet sich auch ein kleiner unscheinbarer Song, der schon im Februar als zweite Single-Auskopplung erschienen ist. In „Lilacs“ malt Katie Crutchfield eine Welt, die wie ein böser Traum anmutet. Dazu gehören Bilder aus vergangenen Zeiten, sterbende Blumen, Staub. Zugleich ermutigt jedoch die an die 60er Jahre erinnernde Atmosphäre ihrer Musik dazu, zwischen all diesen Bildern voller Pathos und Patina am Ende doch die Weisheit zu entdecken. Ein Song, der gut in diese Zeit passt, in der viele von uns deutlich mehr Zeit alleine zu Hause mit sich selbst verbringen. Dort sitzen wir mit den Aufgaben des Tages, beobachten die Staubmäuse aus stressigeren Zeiten und die nervösen Bilder in unseren Gedanken, um hoffentlich daraus Kraft und Zuversicht für den sich gerade mal im Ansatz abzeichnenden „neuen Alltag“ zu ziehen.

Von einer, die viele Hochs und Tiefs des Musikerlebens noch vor sich hat, zu einem, der mit seinen knapp 70 Jahren bereits auf ein bewegtes Leben als Künstler zurück blickt und immer noch nicht genug bekommt. Die Rede ist von Pepe Romero, einem spanischen Gitarristen, der mal über sich selbst sagte, er sei mit der Gitarre geboren und werde mit ihr im Arm auch sterben.

Gitarre und Saxophon, die können gut miteinander. Und Pepe Romero beweist das aufs Neue mit dem Album „Simplemente Sax“. Daraus haben wir den Song „I Feel Good“ für unser Musikprogramm entdeckt. Mit unglaublicher Energie segnete James Brown einst diesen inzwischen Hundertfach gecoverten Klassiker. Genau diese Energie transportieren Gitarre und Saxophon auch in der uns von Pepe Romero geschenkten Version. Ein toller Song eben, der Kraft gibt für den Tag.

Gross war die Freude, als sich im letzten Jahr eine Tour des isländischen Ausnahmekünstlers Àsgeir Trausti Einarsson durch Deutschland ankündigte. Gerade jetzt wäre er bei uns unterwegs, um isländische Einsamkeit in den deutschen April zu zaubern.

Eine Platte kann da wirklich wenig ersetzen, selbst wenn sie toll gemacht ist und einzigartig die isländische Lyrik seines Vaters Einar Georg Einarsson mit isländischer Musik und der durch das stete Leben mit Elfen und anderen Geistwesen geprägten Kultur seines Landes verbindet.

Nicht staatlich auferlegte Corona-Heimarbeit war es, die hier den Rückzug ins Private auslöste, sondern eine Trennung, die zu verarbeiten er sich in der selbst gewählten isländischen Einöde vorgenommen hatte. Entstanden ist „Bury The Moon“, das dritte Studioalbum von Àsgeir, das in der wie immer parallel erschienenen isländischen Version „Sátt“ heißt und am 07. Februar 2020 erschien. Den Titelsong spielen wir schon regelmäßig auf „Treffpunkt“. Jetzt kommt der Song „Pictures“ hinzu und zwar in der isländischen Version „Myndir“, ein Song, in dem beide Sprachen zusammenkommen. Wir wünschen auch hier viel Freude beim Genuss von Einsamkeit und Ruhe, die dieses Stück ausstrahlt.

Neu in unserer A-List ist auch „Generation Noise“, eine House-Produktion des DJay und Producers Jason D3an. Und der klingt wie Miami, kommt aber aus Neugersdorf im Südosten Sachsens. Wir freuen uns über gut gemachten House-Sound. Oder ist es EDM? Aber wer weiß das schon. Müssen wir auch nicht wissen, denn die Scheibe klingt gut und ist damit genau richtig für unser Publikum.

Ausserdem neu auf „Treffpunkt“: Musik von Madism, Mauve, Alle Farben & Alexander Tidebrink, Daniel Saint Black, Jeremy Zucker und Itsmasc von einigen – zugegeben wenigen – Chartstürmern abgesehen.

Eure Treffpunkt-Musikredaktion

 

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