#WirbleibenZuHause und melden uns … aus der Redaktion mit neuen Tipps zu neuer Musik auf „Treffpunkt“

IMG_3567Während die Welt sich mal wieder uneins ist, ob wir nun weiter zu Hause bleiben, ob dieses oder jenes Geschäft zuerst öffnet, ob wir Masken tragen, auch mit Abstand am Fließband sitzen und uns über doofe Fake-News zum Virus ärgern, setzen wir die Kopfhörer auf und tunen auch in dieser Woche lieber den CD-Player und unsere Playlists, anstatt Euch mit noch mehr #Corona auf den Wecker zu gehen.

Die Ausbeute, mit der wir unsere Musikeinkäufe aus den internationalen Hitlisten verlassen haben, ist in dieser Woche besonders mager ausgefallen. Es mag an Ostern liegen oder an den auch für Studios schwierigeren Arbeitsbedingungen: Wir haben jedenfalls wenig gefunden, was wir für unser Musikprogramm auf „Treffpunkt“, dem Netzrundfunk aus Köln, für geeignet befunden haben.

Ein paar Merkwürdigkeiten waren allerdings schon dabei. Zum Beispiel der Song „Skechers“ von DripReport. Letzteres ist keine Band oder etwas Vergleichbares. Am Besten passt hier der kurze und doch vielsagende Begriff des „YouTubers“. Der Song und seine Promotion sind ein gutes Beispiel dafür, wie heutzutage aus verrücktem „Zeug“ – um nicht das Wort „Müll“ zu benutzen – „Musik“ wird, quasi geadelt durch eine ziemlich hohe Platzierung in den Charts dieser Welt. Das „Pushen“ läuft dabei vor allem über das soziale Netzwerk „TikTok“. Dort ging das Video „viral“ und landete prompt in Spitzenpositionen der Downloadcharts von Spotify.

Hört man beim Text genauer hin, würde man sich am liebsten die – bei mir zumindest nicht mehr vorhandenen – Haare raufen über so viel Dreistigkeit. Da wedelt ein indischer Typ mit Kohle herum und „lockt“ damit das von ihm angestarrte Mädchen in den tollen „Skechers“, besonderen Sneakers. Ja, er könnte ihr die Dinger sicher überlassen, wenn sie sich nur mit ihren „Naturalien“ erkenntlich zeigen wollte. Ganz ungeniert gehts hier also um Sex und Lust für schnöden Mammon. Der Erfolg des Songs bei „TikTok“ hat hier nicht zum ersten Mal zu einem breiteren und größeren Interesse – von „Erfolg“ wollen wir hier gar nicht sprechen – geführt. Sonst ist nichts dahinter. Prophezeien wir also schon heute mal das baldige Verschwinden von DripReport in der Mülltonne. Aus den genannten Gründen hört Ihr das bei uns nicht.

Ganz ohne Corona gehts aber doch nicht. So haben wir uns zum Beispiel für den neuen Song „Sind wir bereit?“ von Sarah Connor entschieden. Unter den Eindrücken der aktuellen Gesundheitskrise sind Text und Melodie entstanden. Ihr geht es nicht um das Vordergründige und Offensichtliche, sondern sie versucht, hinter die Stirn zu blicken. Sie fragt, ob wir bereit dazu sind, aus den Erfahrungen der Zwangspause zu lernen. Können wir aus der Krise mit neuem Mut gestärkt hervorgehen? Sarah Connor lädt ein, darüber nachzudenken, ob die saubere Luft, die wir gerade atmen, das Für-einander-Einstehen, das wir aktuell an vielen Stellen üben und die vielen kleinen positiven Erfahrungen, die wir in der Krise miteinander machen, nicht etwas sein könnten, was wir aus ihr in die Zukunft mitnehmen. Die Erlöse aus dem Song gehen übrigens als Spende an „betterplace.org“.

Unter den zahlreichen weltweiten Opfern der Covid-19-Erkrankung sind auch immer öfter bekannte Namen. Den Eigenarten der Krankheit entsprechend treffen die schweren Verläufe gerade die älteren Semester der Musiker und Künstler. Auch unter den Stars. Mit ihnen gehen Erfahrung, Können und Weisheit. Wir verlieren sie mit all ihren Talenten auch als Lehrer und Förderer der jungen Musiker und Künstler. Ein Beispiel dafür ist der Pianist Ellis Marsalis Jr., der mit seinen 85 Jahren ganze Generationen von Musikern in New Orleans unterrichtet hatte. Deshalb sind Initiativen so wichtig, die dabei helfen, die Weltgemeinschaft stärker zu machen im Kampf gegen das Virus.

Auch Florence Welch beschäftigt die Krise. Im Netz teilt sie ihre Gedanken und Gefühle mit ihren Fans. Jetzt haben „Florence + the Machine“ den Song „Light Of Love“ veröffentlicht, der möglichst viel Geld einspielen soll für die Menschen, die an vorderster Front gegen die Pandemie kämpfen. Ihre Spende geht an die amerikanische „Intensive Care Society“, die sich um Ärzte, Schwestern und andere Berufsgruppen im Gesundheitswesen kümmert. „Light Of Love“ soll ein Zeichen der Liebe sein, mitten in der Krise.

Aus Tübingen kommt der Musiker Dominik Vona. Mit einer Mischung aus Alternative-Pop und klassischem Songwriter-Sound ausgestattet, haben wir den Song „Papa weint“ aus dem Album „92“ mit in unsere Playlists aufgenommen. Auch heute noch gibt es wenige Gelegenheiten, bei denen Männer weinend zu beobachten sind. Besonders Väter bemühen sich um Stärke und Kraft und das Weinen als eigentlich normale menschliche Reaktion auf emotionalen Stress wird da noch immer zur Heimlichkeit gemacht. Deshalb ist es auch jetzt noch etwas Besonderes, den eigenen Vater weinen zu sehen und schon das Bild löst beklemmende Gedanken an die einem selbst passierten Schicksalsschläge aus. Doch hört am besten selbst mal rein.

Ausserdem haben wir in dieser Woche Musik von Astrid S und Batt Young, Elle Winter, gnash, Die Sterne (feat. Kaiser Quartett), Lowlamd Hum, Dan Croll, Martin Garrix und vielen anderen mehr eingekauft, eingestellt und ins Programm genommen.

Bleibt noch, Euch eine schöne Woche zu wünschen und die Kraft, die Verlängerung der im Land bestehenden Sonderregeln gut zu meistern.

Eure Redaktion.

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