Aus der Redaktion …

… willkommen in einem doch etwas anderen Osterwochenende. Lang ist es wie immer, also satte vier Tage „frei“.

Doch der typische Stress darüber, wen wir alles zu besuchen haben aus unserer Verwandtschaft ist dem weitaus besser zu ertragenden Zusammensein in enger Familie und der Frage wer wen wann anruft gewichen. Auch einen Einkaufsmarathon gab es nicht in diesem Jahr bei uns. Und ich hatte den Eindruck, dass das nicht nur bei uns so war. Die meisten von uns scheinen zu Hause geblieben, denn viel zu groß ist die Sorge darüber, unsere politisch Verantwortlichen könnten Signale empfangen, die ihnen eine weitere Verlängerung des strengen Lock-Downs unseres Alltags nahe legen.

Was gäbe es also besseres, als sich zurück zu lehnen und ein wenig in den Neuanschaffungen von „Treffpunkt“ zu wühlen, um Euch das Eine oder Andere davon hier etwas näher zu bringen.

In den Charts tut sich nicht sehr viel Spannendes. Viele große Veröffentlichungen werden verschoben und deshalb haben es die Dauerbrenner dort deutlich leichter, länger gut verkauft zu werden.

Schauen wir also auf die anderen interessanten Platten, also jene Tonträger, die mir dort oft ohnehin beizeiten leider nicht zu erwarten sind, aber einen zweiten und einen dritten Blick verdient haben.

Los gehts mit einer Veröffentlichung der kanadischen Singer-Songwriterin Frazey Ford. Seit Jahren mischt sie in der kanadischen Folkszene mit ihrer Band „The Be Good Tanyas“ mit und ist seit 2008 auch solo erfolgreich.
Was raus kommt, wenn man – wie sie in einem Interview bekennt – die Kindheit in einer Atmosphäre voll von „Posesie, Reisen und Bob Dylan“ (Quelle: Wikipedia) verbracht hat, klingt nach gut gemachtem 70er-Jahre-Soul-Rock. Und das macht Laune.

Den Fuß wippend – anders gehts nun wirklich nicht – lauschen wir der kraftvollen Stimme von Frazey, die sich mit dem Song „Azad“, den wir jetzt in unser Musikprogramm aufgenommen haben, nicht nur an ihren Sanskrit-Namen Azat Lotus Blythe Ford, erinnert, den ihr ihre Eltern bei der Geburt gegeben haben, sondern sich selbst ermahnt, sich treu zu bleiben und ihren Träumen trotz aller Hindernisse im Leben weiter zu folgen. Ist schön und gibt Energie, gerade wenn sie auszugehen droht, in der aktuellen Oster-Pause zwischen den Corona-Wochen dieses Frühlings.

Mit „Workaround Two“ machen wir Euch vertraut mit der Arbeit der britischen Rhythmus-Enthusiastin und DJane Beatrice Dillon. Ihr im Februar erschienenes Album „Workarround“ – entstanden in Studios in London, Berlin und New York – kombiniert ihre Liebe zu britischen Clubsounds mit ihren Afro-Karibischen-Einflüssen mit dem spielerischen Drang zu kompositorischen Experimenten. Das gelingt ihr nicht nur mathematisch präzise, sondern auch noch genau auf der Grenze zwischen Pop und Avantgarde wandelnd.

Eine freie Projektionsfläche zwischen 1 und 157? Hier wird gezählt. Gezählt und nicht getextet? Richtig gelesen. Tom Rosenthal zählt. Er zählt von 1 bis 157 in diesem tollen Popsong, der unglaublich viele Momente der Freude und der Gänsehaut miteinander vereint. So kennen wir Tom Rosenthal, den Singer-Songwriter aus Großbritannien, der uns auf „Treffpunkt“ schon viele schöne Songs beschert hat. Und das in vollen 12 Minuten.

Freut Euch! Das meine ich ernst, denn was Ihr mit diesen 12 Minuten und ihren 157 Zählmomenten in unendlich vielen musikalischen Farben macht, das bleibt Euch überlassen. Ne Anleitung vom Künstler? Ich habe sie vergebens gesucht bis jetzt im Netz. Macht aber nichts. „157“ reiht sich für mich ein in eine Zeit, in der wir öfter mal abschalten und einfach das Gehirn mal machen lassen sollten. Ist auch mal schön.

Thematisch wieder etwas konkreter werde ich mit meinem letzten Tipp für heute. „In A Strangers Arms“ heißt die Single der Schwedin Lotta Lindgren, alias Léon. Musikalisch würde ich die gelungene Nummer als Folk-Pop bezeichnen, die gut zur tiefen Stimme der Singer-Songwriterin passt. Dass das, was man alles zu fühlen erwartet, wenn vor dem ersten selbst erlebten Abschied von einer Liebe steht, und das, was tatsächlich passiert, zwei Seiten einer Medaille sind, ist leicht nachzuvollziehen. Dass jede/r selbst da durch muss und danach eine eigene Story schreibt, auch. Genau darüber singt Léon hier. Verspielt, träumerisch und doch ganz schön ernst ist, womit ich mich für heute von Euch verabschieden möchte.

Die Redaktion hat außerdem zu empfehlen: neue Songs von Roary, Liam Mour, Matt Holubowski, Grace Davies, SHY Martin und Kelsa Ballerini. Das alles zu hören u.a. in MORGEN GEHÖRT!, täglich ab 12 Uhr und zwischendurch auch mal abends, auf „Treffpunkt“, dem Netzrundfunk aus Köln.

Ich freue mich jedenfalls auf schöne Popmusik-Zeiten im Radio.

Euer Frank.

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: